Bedeutendes Denkmal auf dem Burger Ostfriedhof erstrahlt in neuem Glanz

Burg, 16. Juli 2026
Goldene Schrift, frisch restaurierter Sandstein und zahlreiche Gäste: Mit der feierlichen Enthüllung der Grabstätte von Carl und Marie von Clausewitz ist auf dem Burger Ostfriedhof ein bedeutendes Stück Stadtgeschichte sichtbar bewahrt worden. Die gelungene Restaurierung würdigt nicht nur den wohl berühmtesten Sohn Burgs, sondern erinnert zugleich an seine Frau Marie, die sein wissenschaftliches Erbe entscheidend bewahrte.
Mit einer feierlichen Zeremonie wurde am Donnerstag die umfassend restaurierte Grabstätte von Carl und Marie von Clausewitz auf dem Burger Ostfriedhof der Öffentlichkeit übergeben. Zahlreiche Gäste aus Politik, Denkmalpflege, Bundeswehr, der Clausewitz-Gesellschaft sowie Vertreter Burger Vereine und interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil.


Nur wenige Tage nach dem 246. Geburtstag Carl von Clausewitz fand damit ein Denkmalpflegeprojekt seinen erfolgreichen Abschluss, das in den vergangenen Jahren intensiv vorbereitet worden war. Die Restaurierung wurde durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Clausewitz-Gesellschaft e. V. sowie zahlreiche Spenderinnen und Spender ermöglicht.
Die organisatorische Vorbereitung der Feierstunde sowie die Begleitung des Restaurierungsprojektes wurden über viele Monate hinweg intensiv unterstützt. Besonders engagierte sich dabei Rolf Gädke vom Freundeskreis Clausewitz-Burg, der die Planungen und die Durchführung der Veranstaltung maßgeblich mit vorbereitete und koordinierte. Gemeinsam mit Dr. Rolf-Reiner Zube, Leiter der Clausewitz-Erinnerungsstätte Burg, begleitete er das Projekt bis zur feierlichen Enthüllung.

Bürgermeister Philipp Stark und der Vorsitzende des Stadtrates Markus Kurze eröffneten die Feierstunde und würdigten die Bedeutung der Grabstätte für die Geschichte und Identität der Stadt Burg. Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Clausewitz-Gesellschaft hoben in ihren Grußworten das vorbildliche Zusammenwirken aller Beteiligten hervor.
In seinem historischen Beitrag erinnerte Dr. Rolf-Reiner Zube, Leiter der Clausewitz-Erinnerungsstätte Burg, an die Lebenswege von Carl und Marie von Clausewitz sowie an ihre enge Verbindung zur Stadt Burg. Dabei verwies er auch auf ein Kapitel jüngerer Geschichte: Nachdem der ursprüngliche Friedhof in Breslau aufgelöst worden war, wurden die sterblichen Überreste des Ehepaares 1971 in die damalige DDR überführt und auf dem Burger Ostfriedhof erneut beigesetzt. Seitdem befindet sich hier ihre letzte Ruhestätte.

Die Restaurierungsarbeiten führte die auf Naturstein spezialisierte Firma steinfest Restaurierung GbR aus Potsdam aus. Restaurator Theo Querhammer erläuterte die einzelnen Arbeitsschritte – von der schonenden Reinigung der Natursteinoberflächen über die Rekonstruktion der historischen Schriftfassungen bis hin zur Neuvergoldung des Kreuzes und der abschließenden Schutzbehandlung des Gesteins.

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die feierliche Enthüllung des restaurierten Grabkreuzes durch Bürgermeister Philipp Stark und Prof. Dr. Christian Antz, Ortskurator Magdeburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Im Anschluss gedachten die Anwesenden mit der Niederlegung eines Blumengebindes Carl und Marie von Clausewitz.


Die Grabstätte zählt zu den wichtigsten historischen Erinnerungsorten der Stadt Burg. Carl von Clausewitz gilt weltweit als einer der bedeutendsten Militärtheoretiker und Strategen. Sein Hauptwerk „Vom Kriege“ beeinflusst bis heute militärisches Denken ebenso wie Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Marie, die nach seinem Tod sein wissenschaftliches Erbe bewahrte und veröffentlichte, bleibt er untrennbar mit Burg verbunden.
Mit der abgeschlossenen Restaurierung ist nicht nur ein wertvolles Kulturdenkmal gesichert worden. Zugleich wurde ein Ort erhalten, an dem Geschichte anschaulich vermittelt und die Erinnerung an Carl und Marie von Clausewitz auch für kommende Generationen lebendig gehalten werden kann.
Für Rolf Gädke und Dr. Rolf-Reiner Zube ist die gelungene Restaurierung zugleich Ausdruck dessen, was durch das Zusammenwirken von ehrenamtlichem Engagement, kommunaler Unterstützung, fachlicher Kompetenz und großzügigen Förderern erreicht werden kann. Beide hoffen, dass die restaurierte Grabstätte künftig noch mehr Besucher dazu anregt, sich mit dem Leben und Wirken von Carl und Marie von Clausewitz sowie der Geschichte der Stadt Burg auseinanderzusetzen.
Rolf Gädke
Freundeskreis Clausewitz-Burg
Dr. Rolf-Reiner Zube
Leiter der Clausewitz-Erinnerungsstätte Burg
